Windows 10 vs Windows 7 im Test

Robert Schanze 16

Windows 10 ist offiziell zum Download freigegeben. Jeder, der sich Windows 10 reserviert hat, kann sich das neue Betriebssystem früher oder später kostenlos herunterladen. Aber ist Windows 10 wirklich besser als Windows 7? Lest alle Infos zu Microsofts neuem Betriebssystem in unserem Test.

10 Gründe, um auf Windows 10 zu upgraden.

Windows 10 kaufen

Nach Microsofts ungeschriebenem Gesetz folgt nach jedem schlechten Betriebssystem wieder ein Gutes: Windows ME war „geht so“, dann kam das geliebte XP, Vista war da eher der Außenseiter, dann rettete Windows 7 die Show, während Windows 8 zu sehr zu anders war – ist Windows 10 also besser als Windows 7?

Windows 10 vs Windows 7 – Das neue Startmenü

Nach dem Upgrade auf Windows 10 fällt zunächst auf: Der „richtige“ Desktop ist zurück. Bei jedem Windows-Start begrüßt euch also wieder der Desktop. Das neue Startmenü macht auch eine gute Figur und sieht aus wie eine Mischung aus dem von Windows 7 und Windows 8. Auf der linken Seite Schnellzugriff auf (meistverwendete) Programme, den Explorer, Einstellungen und der Ein/Aus-Schalter – rechts sind Apps als Kacheln an das Startmenü angepinnt. Ihr könnt angepinnte Programme und Apps vom Startmenü lösen oder neue hinzufügen. Die Kacheln beziehungsweise Live-Tiles bewegen sich dabei wie unter Windows 8 und zeigen unterschiedliche Inhalte an, was für das Auge unruhig wirken kann. Allerdings lässt sich das Verhalten auch abschalten.

Die Optik von Windows 10 wird stark durch die Farben des Startmenüs bestimmt. Standardmäßig ist das Windows-10-Theme dunkel gehalten. Wie ihr das Startmenü an eure Vorlieben anpasst, erfahrt ihr hier: Windows 10: Startmenü einrichten – So geht’s. Allerdings finden sich die meisten Einstellungen recht intuitiv. Selbst der Sperrbildschirm, der bei der Windows-10-Anmeldung angezeigt wird, lässt sich ändern.

Als Teil des neuen Startmenüs findet sich rechts neben dem Startmenü-Button eine neue Suchleiste, über die sich die Sprachassistentin Cortana starten lässt. Sie reagiert auf Text- und Spracheingabe und hilft euch in Windows Dinge zu finden, Termine zu erstellen, zeigt aktuelle News zu euren Interessen und vieles mehr. Dabei wirkt sie durch ihre Reaktionen und witzigen Sprüche oft sogar menschlich. Nicht zuletzt könnt ihr mit Cortana sogar spielen.

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Windows 10 vs Windows 7 – Fenster-Management

Neu installierte Programme tauchen automatisch im Startmenü auf und finden sich auch unter dem Button Alle Apps in alphabetischer Reihenfolge wieder. Neben Programmen könnt ihr in Windows 10 jetzt auch Apps aus dem neuen Windows Store installieren. App-Unterstützung gab es in Windows 7 noch nicht, wird aber immer wichtiger.

Apps starten im Gegensatz zu Windows-8-Anfängen jetzt auch brav in Fenstern und nicht mehr standardmäßig im Vollbildmodus. Ihr könnt Apps also auch wieder einfach schließen und gleichzeitig mit mehreren Programmen, Apps und Fenstern arbeiten, ohne dass eine App die Gesamtübersicht nimmt. Außerdem könnt ihr dank Snap Assist Fenster auf einfache und verbesserte Weise neu anordnen.

Um Meldungen von Programmen und Apps zu managen, gibt es in Windows 10 das neue Info-Center. Es öffnet sich über ein Symbol in der Taskleiste unten rechts auf dem Desktop. Darüber verfolgt ihr ähnlich wie mit der Statusleiste, die unter Android am oberen Smartphone-Rand liegt, alle Infos und Neuigkeiten geöffneter Programme.

Zusätzlich könnt ihr nun auch mehrere virtuelle Desktops nutzen, auf denen ihr jeweils unterschiedliche Programme ablegt. Die Funktion findet ihr unter dem Button rechts neben dem Cortana-Suchfeld; sie heißt Taskansicht.

Übrigens: Die Hot Corners, die mit Windows 8 eingeführt wurden, gibt es in Windows 10 nicht mehr. Eine gute Entscheidung, wie wir finden.

 

Windows 10 vs Windows 7 –  Das Cloud-basierte Betriebssystem

Ein wichtiger Aspekt von Windows 10 ist die Vernetzung mit dem Internet. Windows 10 arbeitet standardmäßig mit einem Microsoft-Konto zusammen, um etwa Windows- oder Cortana-Einstellungen über das Internet auch auf andere Geräte wie Smartphones und Tablets zu synchronisieren. Demnach fragt euch Windows 10 bei der Installation auch nach einem Microsoft-Konto.

Solltet ihr Windows 10 ohne Microsoft-Konto installieren, geht das auch. Ihr nutzt dann ein lokales Konto. Allerdings braucht ihr dennoch ein Microsoft-Konto, um Apps aus dem Windows Store herunterzuladen oder Dateien über den Cloud-Dienst OneDrive auszutauschen. Wenn ihr die Funktionen nutzen wollt, müsst ihr euch spätestens dann ein Microsoft-Konto erstellen. Windows 7 war da noch deutlich mehr offline als Windows 10.

Wer die Cloud-Funktionen des Betriebssystems nicht nutzen will, kann Windows 10 auch offline nutzen.

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Windows 10: Nachteile

Da Windows 10 als Windows as a Service geführt wird, installiert das Betriebssystem Updates automatisch und ohne Weiteres lässt sich das auch nicht deaktivieren. Das gilt sowohl für die Home als auch für die Pro-Version. Microsoft will damit eine bessere Sicherheit von Windows-Systemen gewährleisten.

Das Vorgehen hat aber auch Nachteile: So führten die Zwangs-Updates bei Nvidia-Treibern zu Problemen, da sie wohl fehlerhaft waren, aber durch Windows 10 immer wieder nachinstalliert wurden. Bislang gibt es zwar einen Workaround, um die Treiber- und Update-Installationen in Windows 10 zu verhindern, aber Nutzer sollten letzten Endes doch die Wahl haben, inwiefern Software auf ihrem Betriebssystem installiert wird. Gerade bei Treibern kann das eine heikle Angelegenheit sein.

Übrigens: Updates erhält Windows 10 nicht mehr nur von Microsoft-Servern, sondern auch von anderen Windows-10-PCs aus dem Internet oder dem lokalen Netzwerk. Wer das Verhalten bei sich ausschalten möchte, kann das Hochladen von Updates in Windows 10 deaktivieren.

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Test: Ist Windows 10 besser als Windows 7?

Windows 10 macht vieles richtig, was bei Windows 8 nur halbherzig umgesetzt wirkte. Außerdem hat man als Windows-10-Nutzer wieder das Gefühl von Kontrolle, das sich bei vielen unter Windows 8 nicht einstellen wollte. Windows 10 funktioniert einfach so, wie man es als Nutzer erwartet und macht einfach Spaß. Dafür sorgt auch Altbewährtes, das in verbesserter Form umgesetzt wurde.

Pro Contra
Sehr gutes Startmenü App-Angebot noch dürftig
Verbessertes Fenster-Management Update-Zwang
Tolle Funktionen (Cortana, Info-Center, Windows Hello etc.)
Modernes Design
Intuitive Bedienung
Kostenlos für Windows-7- und Windows-8-Nutzer

Das Startmenü ist wie gewohnt Dreh- und Angelpunkt, um Programme zu finden und zu starten. Apps lassen sich über den Windows Store installieren. Fenster lassen sich frei anordnen und sich wie Apps auf gleichem Wege bedienen und schließen. Einstellungen finden sich in der Regel intuitiv und werden per Microsoft-Konto auch mit Smartphones und Tablets synchronisiert. Besonders die neuen Funktionen wie das Startmenü, Cortana, der Edge-Browser und das Info-Center sind sinnvolle und zeitgemäße Ergänzungen zu Windows 10, an die man sich schnell gewöhnt. Eine komplette Liste aller Windows-10-Funktionen und -Versionen findet ihr hier: Windows 10: Alle Versionen und Funktionen im Vergleich.

Aber auch wenn Windows 10 sehr bodenständig, stabil und ansprechend wirkt, gibt es einige Dinge vor dem Upgrade zu beachten, was beispielsweise Lizenzschlüssel und Downgrade-Möglichkeiten angeht. Seht dazu Windows 10: Upgrade-FAQ – Das solltet ihr VORHER wissen. So testet ihr, ob Windows 10 auf eurem PC funktioniert: Ist mein PC Windows-10-kompatibel? – So prüft ihr es.

Mehr zu Windows 10:

Wie sehen eure Erfahrungen mit Windows 10 aus?

Windows 10 ist seit Ende 2015 am Markt, inzwischen sind bereits zahlreiche Nutzer auf das neueste Betriebssystem von Microsoft umgestiegen. Zählt ihr auch dazu? Und wie sehen eure Erfahrungen mit Windows 10 aus? Voll zufrieden, eher nicht so begeistert oder habt ihr es etwa wieder deinstalliert? Lasst es uns in der folgenden Umfrage zu Windows 10 wissen!

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