DxO PhotoLab im Test: Einfache Fotoentwicklung dank smarter Korrekturpunkte

Sebastian Trepesch

Kommt ein Bild frisch von der Kamera, gibt es meistens noch etwas zu perfektionieren. DxO PhotoLab ist einer der ernstzunehmenden Lightroom-Konkurrenten, um Bilder zu verwalten, „entwickeln“ und korrigieren. Wir haben die Software getestet.

Vor ein paar Wochen hat DxO die neue Zwischenversion DxO PhotoLab 1.2 vorgestellt, der Entwickler hat die Werkzeuge für lokale Korrekturen verbessert. Die hierbei verwendete U-Point-Technologie ist noch recht neu in der Software integriert. Und die ist tatsächlich ein Highlight und Alleinstellungsmerkmal. Mehr dazu auf der zweiten Seite.

Umsteiger von Lightroom werden sich in PhotoLab 1.2 zunächst schnell zurechtfinden: Es gibt einen Organisieren- und einen Bearbeiten-Bereich, die meisten Regler befinden sich auf der rechten Seite, virtuelle Kopien werden in einem Dialog über die rechte Maustaste erstellt und weitere Ähnlichkeiten erleichtern das Arbeiten. Schwieriger wird es, will man das Potential der Einstellmöglichkeiten ausreizen. Hier kommt man sich zunächst erschlagen vor. Tipp: Zunächst greift man am besten auf den Reiter „Wesentliche Werkzeuge“, bevor man sich ins Detail arbeitet.

DxO PhotoLab Elite im Test: Unser Fazit

DxO macht die ersten Gehversuche mit PhotoLab 1.2 leicht und risikolos, da man die Bearbeitung von Bildern an ein paar Ordnern versuchen kann, ohne auf eine eigene Mediathek umsteigen zu müssen. Zudem kann sich der Nutzer die Werkzeuge in den Spalten so anordnen, wie er sie möchte.

Qualität und Funktionsumfang überzeugen. Die U-Point-Technologie ist eine tolle Möglichkeit, lokale Korrekturen ohne umständliche Masken zu erstellen. Bei umfangreichen Anpassungen wird die Software allerdings recht träge.

Test-Wertung DxO PhotoLab 1.2 Elite Edition:

  • Funktionen: 75 Prozent
  • Bedienung & Geschwindigkeit: 75 Prozent
  • Qualität: 80 Prozent

Gesamtwertung: 77 Prozent

DxO PhotoLab 1.2 Elite Edition gibt es für 199 Euro (in einer leicht abgespeckten Version 129 Euro) beim Entwickler für Mac und Windows. Die voll funktionsfähige Testversion läuft 30 Tage.

DxO PhotoLab im Test: Das hat uns gut gefallen

  • Die Qualität der automatischen Kamera- und Objektivkorrektur überzeugte. RAW-Bilder entwickelt DxO PhotoLab oft leicht heller und farblich minimal knalliger. Die Entzerrung befand sich teilweise auf Niveau der Kamera-JPGs und Lightroom, teilweise knapp darunter.
  • Die U-Point-Technologie ist ein Alleinstellungsmerkmal, für das manch einer die Software sogar als Lightroom-Plugin einsetzen könnte (was technisch möglich ist). Das gibt einen Bonus! Die smarten Kontrollpunkte bieten deutlich mehr Werkzeuge als zum Beispiel früher in Nikon Capture NX enthalten. Lediglich die Rauschreduzierung aus den Nik-Tools vermissten wir an dieser Stelle.
  • PhotoLab verwendet keine eigene Mediathek. Das kommt all denen entgegen, die von einer anderen Software umsteigen, gar mehrere Foto-Apps benutzen und/oder ihre Bilder eh schon in Finder-Ordner sortiert haben. Ein Import der Bilder ist nicht notwendig, man wählt einfach den z.B. im Finder erstellten Ordner aus.

Das hat uns nicht so gut gefallen

  • Bei manchen Werkzeugen braucht PhotoLab auf einem nicht ganz frischen iMac wenige Sekunden (anders gesagt: zu lange), bis die Änderungen sichtbar werden.
  • Kopierstempel gibt es nicht, nur ein Anti-Staub-Werkzeug. Damit bekommt man nicht nur Staub, sondern meist auch andere Objekte solide aus dem Bild. Doch wenn es nicht (gut genug) hilft, hat man keine Alternative.
  • Außerdem könnten manch einem Tethered Shooting, Ebenen, Bearbeitungsverlauf und Fotokombinationen für HDR oder Panorama fehlen.
  • Während PhotoLab die RAW-Dateien unserer Nikon-, Sony- und iPhone-8-Kameras (App: ProCamera) unterstützte, konnte die Software nichts mit den ORF- und SRW-Files von Olympus E-PL8 beziehungsweise Samsung NX3000 anfangen. Kompatibilitätsliste beachten!

Auf Seite 2: Was man sonst noch wissen sollte und wie wir getestet haben.

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